Chronik

  • 19. Jahrhundert (Jahrhundertwende)

    Als Landesfischereiverein am 28. März 1886 gegründet, kann der Vorarlberger Fischereiverband auf eine lange und bewegte Geschichte zurück blicken. Die Fischerei, die über Jahrhunderte hinweg ein Privileg des Adels war, wurde damals von honorigen Persönlichkeiten des Landes (dazu zählten nicht nur der damalige Landeshauptmann Belrupt, sondern auch Adelige, Fabrikanten und Advokaten) in die Obhut des ersten Obmannes, dem damaligen Stadtarzt von Feldkirch, Dr. Max Birnbaumer, übergegeben. Ziel des Vereines war es: "das zerrüttete Fischereiwesen im Lande in die Hand zu nehmen und in geordnete Bahnen zu lenken". Mit der Einteilung Vorarlbergs in 12 Mandatsbereiche, der Errichtung von kleinen Fischerbrütungsanlagen (22 Stück !) sowie der Schaffung von Schon- und Laichgebieten wurde bereits im 19. Jahrhundert der Grundstein für ein modernes Fischereiwesen gelegt. Gesetzliche Grundlagen wie das Fischerei-Gesetz für die Binnengewässer (damals auch Rechtsgrundlage für die Bodenseefischerei) wurden bereits 1889 erwirkt. Die Bregenzer Übereinkunft (1893) und die Internationale Bevollmächtigtenkonferenz (IBKF) entstammen ebenfalls dieser zeitlichen Epoche. Mit der Teilnahme an der Pariser Weltausstellung (1900) und der internationalen Fischereiausstellung in Wien (1902) fand der Vorarlberger Fischereiverein bereits damals entsprechende internationale Anerkennung.

  • Zwischenkriegszeit (1918 bis 1938)

    Gestiegene Mitgliederzahlen nach dem ersten Weltkrieg erforderten eine Aufgliederung des Landesfischereivereines in kleinere selbstständige Ortsvereinigungen. Der Landesfischereiverein selbst wurde 1921 bzw. 1922 zur Dachorganisation erhoben. Die Gründung der Vorarlberger Illwerke im Jahr 1924 und deren Erwerb der Wasserrechte an den verschiedensten Vorarlberger Fischwässern stellten eine neue Herausforderung für den Landesfischereiverein dar und führten im Jahr 1933 zur ersten offiziellen Reviereinteilung der fließenden Gewässer Vorarlbergs.

  • Nationalsozialismus (1938 bis 1945)

    Der Anschluss Österreichs an das deutsche Reich war auch für die Fischerei ein schwarzer Tag in der Geschichte. Der Landesfischereiverein wurde aufgelöst und als Bezirksvereinigung Vbg. dem Landesfischereiverband Alpenland in Salzburg eingegliedert. Vereinsunterlagen und Vermögen wurden eingezogen und die Verwaltung erfolgte über die Behörde in Bregenz.

  • Nachkriegszeit (1945 bis 1985)

    Dr. Georg Kispert ist es zu verdanken, dass 1946 im Anschluss an den 2. Weltkrieg der Landesfischereiverein wieder ins Leben gerufen wurde. In seine 33-jährige Amtszeit fallen verschiedene für die Vorarlberger Fischerei wichtige Errungenschaften, wie die Gründung der Fischzuchtanstalt in Frastanz und die Bewirtschaftung des Bodensees mit der Fischzuchtanstalt in Hard (ursprünglich Fussach). Die Herausgabe einer Fischerzeitung, eines neuen "Fischerbüchels" sowie die Einführung des Bodenseefischereigesetzes fallen ebenso wie viele andere wichtige Dinge in die Amtsperiode des Langzeitpräsidenten aus Bregenz. 1979 übergab Dr. Georg Kispert die Führung des Landesfischereivereines an seinen Sohn, Dr. Erich Kispert, in dessen Wirkungszeit auch die Umbenennung zum Vorarlberger Landesfischereiverband erfolgte.

  • Neuzeit (1985 bis heute)

    Im Anschluss an die "Ära Kispert" übernahm im Jahr 1985 Prof. Heinz Schurig die Führung des Landesfischereiverbandes. Sein unermüdlicher Einsatz und seine hohe fachliche Kompetenz prägten in den folgenden 17 Jahren die Fischerei im Land Vorarlberg. Keinem Präsidenten zuvor gelang es, eine so breit angelegte Akzeptanz der Petrijünger sowohl bei den Behörden als auch in der Bevölkerung zu schaffen. Mit der Einführung der Fischerprüfung (1990) und der maßgeblichen Mitarbeit am neuen Vorarlberger Binnenfischereigesetz (2000) gelang es Prof. Schurig, den Vorarlberger Fischereiverband als gesetzlich anerkannte Interessensvertretung der Angelfischer im neuen Gesetz zu verankern. Seinem Verhandlungs-geschick ist es zu verdanken, dass der Landesfischereiverband im neuen Landesfischereizentrum eigene Büroräumlichkeiten vom Land Vorarlberg zur Verfügung gestellt bekam und somit ein "eigenes Zuhause" gefunden hat. Mit Veranstaltungen wie der Sonderschau "Im Reich der Fische" (Dornbirner Messe 1999) brachte Prof. Schurig auch der nichtfischenden Bevölkerung Vorarlbergs die ökologischen Zusammenhänge in unseren Gewässern und somit auch die Sorgen und Anliegen der "naturverbunden" Angler näher.

    Die im neuen Gesetz verankerten Pflichten des Verbandes und der damit verbundene, erhöhte Arbeitsaufwand für die Funktionäre veranlasste Prof. Heinz Schurig die Führung des Verbandes in jüngere Hände zu legen. Im Jahr 2001 übergab er die Führung des Verbandes an Dr. Egon Helbok, der ihn schon einige Jahre als Vizepräsident im Verband begleitet hatte. Die Übernahme der Aufgaben der per Gesetz aufgelösten Revierausschüsse, die Organisation und Durchführung von Bewirtschafter-, Aufseher- und Fischerprüfungen sowie die Ausstellung und Verwaltung der neuen Fischereiausweise stellen trotz der Einrichtung eines Sekretariats enorme Ansprüche an das mittlerweile neunköpfige Team um den neuen Präsidenten Dr. Egon Helbok. Vermehrter Einsatz im Bereich Öffentlichkeitsarbeit, die Neuorganisation der Fischerzeitung sind neben den täglichen Problemen wie Vogelschutz und Gewässerökologie nur einige der Dinge die in absehbarer Zukunft zum Wohle der Fischerei und der 22 Mitgliedervereine mit ihren rund 6.000 Petrijüngern in Vorarlberg zu bewerkstelligen sind.

    Die bisherigen Obmänner des Landesfischereivereines bzw. die Präsidenten des Fischereiverbandes für das Land Vorarlberg

    Dr. Max Birnbaumer, Feldkirch 1886 - 1906
    Ritter Carl von Tschavoll, Feldkirch 1906 - 1919
    Dr. Franz Bernhard, Feldkirch 1919 - 1920
    Ob.Reg.Rat Dr. Franz Bernhard jun, Feldkirch 1920 - 1925
    Josef Battliner, Feldkirch 1925 - 1928
    Franz Zauser, Feldkirch 1928 - 1938
    Adolf Marx, Bregenz 1938 - 1946
    Dr. Georg Kispert, Bregenz 1946 - 1979
    Dr. Erich Kispert, Bregenz 1979 - 1985
    Prof. Heinz Schurig, Feldkirch 1985 - 2001
    Dr. Egon Helbok, Höchst

    2001 - 2013

    Mag. Klaus Hofbauer, Feldkirch

    2013 - 2016

    Peter Mayrhofer, Schwarzach

    2016 -


    Die Daten wurden freundlicherweise von Prof. Heinz Schurig zur Verfügung gestellt.
    Verfasser: Schneider Siegmar (Vizepräsident für den Bodensee)

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